Unsere Erwartungen für E.E. waren nicht sehr groß, um genau zu sein Null, da sich keiner von uns die Mühe gemacht hatte die Stadt mal vorher auf Wikipedia o.ä. zu checken. Wir sind nur schon öfter im Zug vorbeigefahren und fanden den Bahnhof ziemlich cool, da die Stadt mitten in der Sierra de Madrid liegt.
Wir kamen also an und sahen als erstes unzählige Schilder zur Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial. Stellte sich hinterher raus, dass das Ding der weltgrößte Renaissance-Bau ist und alle spanischen Könige dort begraben liegen. Leider ist San Lorenzo eine andere Gemeinde und liegt gefühlte 5 km weiter oben in den Bergen. Wir wussten das natürlich nicht, ignorierten die Busse die hochfuhren und fingen an zu laufen. Nach ca. 10 Stunden im nasskalten spanischen Gebirgswetter erreichten wir jedoch den Palast der leider total im Nebel lag. Mit meiner seit einem Jahr abgelaufenen NUS-Extra Karte, die der Flughafen-Sicherheits-ähnlicher Kontrolle standhielt, musste ich auch nur den Studentenpreis bezahlen.
Wie immer war das Fotografieren im Gebäude selber natürlich verboten und somit konnte ich leider nicht die Deckenmalereien und was es noch alles gab dokumentieren. Am eindrucksvollsten war jedoch das schwarze Marmor und Bronze Pantheon, in dem alle Könige seit ääääh Filipe II (oder so) begraben liegen. Zum Franco Mausoleum, dass noch weiter in den Bergen liegt und durch ein riesiges weißes Kreuz gekennzeichnet ist sind wir wegen dem schlechten Wetter nicht mehr hingefahren.
Stattdessen kehrten wir nur auf einen Snack in eine Tapas-Bar ein und bekamen das wohl weltgrößte Renaissance-Sandwich für 3 Euro vorgesetzt. Da jeder eins bestellte war es unmöglich alles aufzuessen und wir mussten uns zu meiner Schande die Reste einpacken lassen. (Verteidigung: das Ding war ungefähr in dem Format meines Oberschenkels und mit Tortilla gefüllt).
Ansonsten normale Arbeits, Salsa, Feier Woche gehabt die dank dem freien Montag ziemlich schnell vorbei war. Die Stadt ist zur Zeit (und das auch noch bis Ende Februar) mit verrückten Leuten gefüllt, da hier gerade WSV (Rebajas) ist. Dabei wurde mir von meinen britischen Arbeitskollegen ein Foto von Ikea mitgebracht, das doch tatsächlich bezeugt, dass ich ein Arbeitsstuhl mit Rollen für 54 Euro bin (Foto siehe unten). Ich hatte mich eigentlich für etwas wertvoller eingestuft.
Am Freitag hatten wir (meine Roomies sind wieder da, und die Wohnung ist endlich wieder warm) eine kleine Houseparty, erst Dinner + Getränke bei uns und später bei einem anderen Studienkollegen der Chicas aus Bath. Das Beste an der ganzen Geschichte war jedoch, dass wir einen Spanier und ein Mädel aus Mexico da hatten, die teilweise Schwierigkeiten hatten mit der Sprache auf einen Nenner zu kommen. Nicht wegen dem Akzent, sondern vielmehr wegen der unterschiedlichen Bedeutungen im Spanischen. So ist zum Beispiel bekannt, dass "coger" im Spanischen "nehmen, packen, fassen etc" bedeutet, im Mexikanischen jedoch eher in die Richtung "Beischlaf betreiben" geht. Dank einer kleinen Anekdote des Spaniers über seine erste Begegnung mit der Mexikanerin bei der er Grippe hatte, gab mir zu denken, ob man Spanisch wirklich weltweit nutzen kann. Als sie feststellte, dass er die ganze Zeit am husten war, fragte sie ihn ob er "chochos" oder "chochitos" hätte. Er war daraufhin total schockiert, hielt sich die Ohren zu und rannte weg. Den Rest kann man mit einem Wörterbuch vom Händler seiner Wahl rausfinden.
Unten ist der mir gewidmete Stuhl und verbotenen Innen+Außenaufnahmen von E.E.
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